D. Albrecht, Hegemoniale Männlichkeit bei Titus Livius

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Daniel Albrecht, Hegemoniale Männlichkeit bei Titus Livius, Heidelberg, 2016.

Éditeur : Verlag Antike
Collection : Studien zur Alten Geschichte
378 pages
ISBN : 9783938032831
79,90 €

Männliche Akteure dominieren die römische Geschichte des Titus Livius. Sie treten in verschiedenen Feldern als Rhetoren, Väter und Krieger in Erscheinung und vollziehen Handlungen, die nach ihren situativen Kontexten narrativ eingeordnet und bewertet werden. Das Anliegen dieser Untersuchung ist, die Vielfältigkeit ernst zu nehmen ohne dabei in die Beliebigkeit zu verfallen und einerseits einen Beitrag zur Erforschung von Männlichkeiten in den antiken Gesellschaften zu leisten, andererseits die dazu notwendigen Herangehensweisen zu reflektieren und geeignetes Rüstzeug bereit zu stellen. In den narrativ verarbeiteten Männerbildern werden zentrale Bausteine ausgemacht, die sie konfigurieren und auf Vorstellungen von Männlichkeit verweisen, sich jedoch im konkreten doing masculinity beweisen müssen.
Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass das Konzept der hegemonialen Männlichkeit auch für einen antiken Text Anwendung finden kann. Männlichkeit ist demnach verhandelbar, prekär und bedarf der Anerkennung; hegemoniale Männerbilder müssen mehrdimensional sein, in „ernsten Spielen“ bestehen und sich dabei als intelligibel präsentieren. Doch auch abseits der „großen Männer“ wird nach geschlechtlichen Zuschreibungen gefahndet und danach gefragt, wie sich die jeweiligen Figuren zu den hegemonialen Entwürfen positionieren.


Vorwort
1 Einleitung
2 Die frühen Jahre
2.1 Herkunft und Sozialisation
2.2 War M. Fulvius Nobilior im Jahre 198 Volkstribun?
2.3 Zusammenfassung
3 Die Ädilität im Jahre 196: ‚Brot und Spiele‘
3.1 Die Getreideversorgung Roms am Beginn des 2. Jahrhunderts
3.2 Die Getreidespende des Flaminius und Nobilior im Jahre 196
3.2.1 Durchführung und Folgen
3.2.2 Die Rolle Nobiliors
3.2.3 Ziele und Motive
3.3 Zusammenfassung
4 Die Prätur in Spanien in den Jahren 193-191
4.1 Roms Politik auf der Iberischen Halbinsel bis ins Jahr 194
4.2 Nobilior und Flaminius auf der Iberischen Halbinsel
4.2.1 Die Feldzüge
4.2.2 Ziele und Motive
4.2.3 Die ovatio im Jahre 191
4.3 Zusammenfassung
5 Das Konsulat in den Jahren 189-188
5.1 Kadidatur und Wahl
5.2 Der Krieg gegen Ätoler
5.2.1 Die Vorgeschichte: Römer und Ätoler als Verbündete
5.2.2 Nobiliors Feldzug
5.3 Nobiliors Aktivitäten nach dem Friedensschluss mit den Ätolern
5.3.1 Die Chronologie
5.3.2 Die Belagerung und Einnahme von Same
5.3.3 Vermittlungsversuche auf der Peloponnes
5.4 Zusammenfassung
6 Nobiliors Konflikt mit M. Aemilius Lepidus im Jahre 187
6.1 Der Konflikt in der Darstellung bei Livius
6.1.1 Nobiliors Abberufung aus Griechenland
6.1.2 Die Klage der Ambrakioten vor dem Senat
6.1.3 Die ‚Ambrakia-Beschlüsse‘
6.1.4 Das Ringen um einen Triumph
6.2 Widersprüche in der Darstellung der ‚Ambrakia-Beschlüsse‘
6.3 Lepidus‘ Handlungsmotive
6.3.1 Materielle Aspekte von Beute
6.3.2 Beute als Medium aristokratischer Selbstdarstellung
6.3.3 Kunstwerke: Eine neuartige Beute in Rom und ihre Wirkung
6.4 Die Handlungsmotive der Senatoren
6.4.1 Die Entwicklung der Triumphpraxis in den Jahren um 200
6.4.2 Das innenpolitische Klima am Beginn des 2. Jahrhunderts
6.5 Noch einmal zu den Handlungsmotiven
6.6 Triumphzug und Nachspiel
6.7 Zusammenfassung
7 Nobilior als Konsular in den Jahren 187-178
8 Die Zensur ab dem Jahre 179
8.1 Wahl und öffentliche Versöhnung mit M. Aemelius Lepidus
8.2 Die Amtsführung der Zensoren
8.3 Zusammenfassung
9 Die Fulvii Nobiliores nach 179
10 M. Fulvius Nobilior als Politiker und Feldherr - eine Bilanz
11 Nobiliors Ädilität und die ludi Romani im Jahre 196
11.1 Die Genese des römischen Festspielwesens bis zum 2. Jahrhundert
11.2 Die ludi Romani von 196
11.2.1 Überlegungen zur ihrer Ausgestaltung
11.2.2 Überlegungen zu ihrer Funktion als Wahlkampfmittel
11.2.3 Das Problem der instaurationes
11.2.4 Die ludi Romani und die jüngere Religionsforschung
11.3 Zusammenfassung
12 Nobilior als Ausrichter von ludi votivi im Jahre 186
12.1 Die Verhandlungen im Senat
12.2 Das Problem des finanziellen Aufwandes
12.3 Die ludi votivi von 186
12.3.1 Ausgestaltung und Spektakel
12.3.2 Die kulturelle Dimension
12.3.3 Der Einfluss auf die weitere Entwicklung des Festspielwesens
12.3.4 Die religiöse und die politische Dimension der ludi votivi
11.3 Zusammenfassung
13 Nobilior und die Werke des Ennius
13.1 Ennius und seine Stellung als Dichter in Rom
13.2 Ennius' Beziehungen zur römischen Oberschicht
13.3 Nobiliors Griechenlandfeldzug in den Werken des Ennius
13.3.1 Die Überlieferung in der Ambracia
13.3.2 Die Überlieferung in den Annales
13.3.3 Ennius' Darstellungsabsichten und die politische Dimension der Annales
13.3.4 Überlegungen zur politischen Wirkung der Annales
13.3.5 Die politische Dimension der Ambracia im Kotext der ludi votivi
13.4 Zusammenfassung
14 Nobilior und die aedes Herculis Musarum
14.1 Der Tempelbau und seine Umgebung
14.1.1 Lokalisierung und Gestalt
14.1.2 Innenaustattung
14.2 Von der (Be-)Deutung der aedes Herculis Musarum - Ein Forschungsüberblick
14.2.1 Die aedes Herculis Musarum als Ort von Dichterversammlungen und Sitz des collegium poetarum
14.2.2 fasti, Numa und Nobilior als Anfänger des Pythagoreismus
14.2.3 Nobilior und Ennius als Botschafter der griechischen Kultur
14.3 Versuch einer kritischen Deutung
14.3.1 Die religiöse Dimension
14.3.2 Die politische Dimension
14.4 Zusammenfassung
15 Die Kulturaktivitäten des M. Fulvius Nobilior - eine Bilanz
15.1 Innovationen und Impulse
15.2 Mäzen, Philhellene, Medienstratege
Literaturverzeichnis
Register

 

 

Source : Verlag Antike

 

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